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Bei einem symptomatischen Eisenmangel (IDS oder IDA) muss die Gesamtdosis der notwendigen Eisengaben von Patient zu Patient individuell berechnet werden. Abgesehen davon ist festzulegen, wie viel Eisen ein Patient pro Einzel-Gabe erhält.
Die Universität Hamburg erwähnt auf ihrer Website (ganz unten), dass es bezüglich potentieller Langzeitschäden nach wiederholten Ferinject-Hochdosen noch keine Erfahrungen gibt. Es wird aber erwähnt, dass der Eisenhersteller offenbar sehr optimistisch sei, mit Ferinject das optimale Eisenpräparat anbieten zu können.
Von allen iv-Präparaten aber sei die Stoffwechselverarbeitung im menschlichen Körper noch wenig bekannt. Es gibt eine Reihe von Untersuchungen, die zeigen, dass diese Moleküle im Blut und in Zellen unterschiedlich schnell Eisen freisetzen und dass dadurch durchaus adverse Reaktionen hervorgerufen werden können. Besonders von stabilen Verbindungen könne es auch zu einer Speicherung von Eisen in langelbigen Zellen kommen, deren medizinische Relevanz momentan vollkommen unklar ist.
Ein weiterer Effekt sei die Möglichkeit einer „iatrogenen Eisenüberladung“ durch eine parenterale Eisentherapie. Wenn man mit Ferinject pro Sitzung ein ganzes Gramm infundiert, dann besteht ein hohes Risiko einer „iatrogenen Eisenüberladung“. Es sei an dieser Stelle erinnert, dass man an anderer Stelle aktuell mögliche Schäden einer Eisenüberladung als Cofaktor bei Arteriosklerose, Krebsentstehung, Diabestes intensiv diskutiert. Genaue Richtlinien und diagnostische Parameter seien zukünftig notwendig, um genau diese zu verhinder, so die Universität Hamburg.
Nicht zuletzt vor diesem Hintergrundwissen mahnt die SIHO zu einem verantwortungsbewussten Handeln. Die FDA hat Ferinject bislang auf dem US-amerikanischen Markt nicht zugelassen - unter anderem Wegen Bedenken hinsichtlich Sicherheit und Dosierungsmanagement.
Die SIHO empfiehlt deshalb, vorerst bei IDS-Patienten wie bisher zweimal pro Woche 0.2 Gramm Eisen pro Sitzung zu verabreichen und die Hochdosen zu 0.5 Gramm Eisen (einmal pro Woche) für die IDA-Patienten zu reservieren, für die das Präparat auch entwickelt wurde. Hochdosen im IDS-Bereich bewegen sich faktisch im offlabel-use-Bereich.
Dazu kommt unser Eindruck, dass die von der Herstellerfirma neuerdings angebotenen Dosierungsrichtlinien ungenügend definiert sind. (Vifor bezieht sich immer noch auf die Ganzoni-Formel von 1968, die für IDA-Patienten entwickelt wurde und für IDS-Patienten keine Aussagekraft hat. Dennoch empfiehlt die Herstellerfirma die Dosierung gemäss des Schweregrades von Eisenmangel. Dabei wird nur unter einem (nicht definierten) leichten und (nicht definierten) schweren Eisenmangel unterschieden. Ein solcher Entscheid kann nur gelingen, wenn nicht nur Ferritin, sondern auch das Transferrin und die löslichen Transferrinrezeptoren mitberücksichtigt werden (wie es die SIHO praktiziert).
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